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Junge Migranten in HamburgIn zwei Kulturen zu Hause
Wenn Sirin Karakaya die aktuelle Integrations-Debatte in den Medien verfolgt, kann sie nur mit dem Kopf schütteln. "Natürlich sollen sich Türken, die hier leben, anpassen und offen für Deutschland und die Menschen sein", sagt die junge Frau selbstbewusst: "Das heißt doch noch lange nicht, dass sie deshalb die Kultur ihres Herkunftslandes aufgeben müssen." Sirin weiß, wovon sie spricht. Schließlich ist auch sie, geboren in der hessischen Provinz als Tochter türkischer Einwanderer, in zwei Kulturen gleichzeitig zu Hause. Und schafft den Spagat spielend: Die 25-Jährige kann fließend Deutsch und Türkisch – "allerdings besser Deutsch, weil das bei uns zu Hause mehr gesprochen wurde" –, hat sowohl deutsche als auch türkische Freunde, fühlt sich in ihrer Wahlheimat Hamburg genauso wohl wie im Sommerurlaub bei ihren Verwandten in Anatolien. Und auch an ihrem Arbeitsplatz ist sie beliebt und wird wegen ihrer guten Leistungen geschätzt. Nach dem Abitur nach Hamburg Nach dem Abitur hat sich Sirin bei der Hamburger Stadtverwaltung um eine Ausbildung im mittleren allgemeinen Verwaltungsdienst beworben – und wurde ausgewählt. In der Hansestadt wohnten bereits Onkel und Tante, die sie im Sommerurlaub häufig besucht hatte. "Hamburg gefiel mir immer sehr gut", erzählt sie. Ihr Berufswunsch stand frühzeitig fest. "Ich konnte mir schon in der Schule gut vorstellen, später mal in einer Behörde zu arbeiten. Viel mit Menschen zu tun zu haben, ihnen durch meine Arbeit helfen zu können – das hat mich gereizt." Außerdem war ihr ein sicherer Job wichtig. "Und wo sind die Arbeitsplätze heute schon noch so sicher wie in der Verwaltung?" Die Ausbildung absolvierte Sirin in der Behörde für Bildung und Sport. Ihre interkulturelle Kompetenz kam ihr dort öfters mal zugute. "Im Schulamt hatten wir regelmäßig mit türkischen Bürgern zu tun, die nicht so gut Deutsch sprechen. Dann wurde ich manchmal dazu gerufen und habe übersetzt." Heute arbeitet die Wahl-Hamburgerin, die sich nach dem Abitur für die deutsche Staatsangehörigkeit entschieden hat, in der Personalabteilung des Bezirksamts von Altona. "Nicht wichtig, aus welchem Land du kommst" Neben ihrem Job geht Sirin ab und zu auf Ausbildungsmessen wie die EINSTIEG und erzählt den Jugendlichen dort von ihrer interessanten Arbeit. Schülern, die wie sie einen ausländischen Hintergrund haben, rät sie, selbstbewusst an die Berufswahl heranzugehen: "Es ist nicht wichtig, aus welchem Land du kommst, sondern dass du die Voraussetzungen für den Job erfüllst." Wenn man zwei oder sogar drei Sprachen spreche und sich in mehreren Kulturen auskenne, dann müsse man das im Bewerbungsgespräch auch ganz bewusst in den Vordergrund stellen. "Nur so erreicht man sein Ziel", sagt sie. Sirin selbst hat ihre Ziele noch lange nicht erreicht. In ein paar Jahren möchte die Verwaltungsfachangestellte vom mittleren in den gehobenen Dienst aufsteigen. Dafür muss sie einen speziellen Lehrgang absolvieren. "Darauf arbeite ich hin", berichtet sie, "mir war immer wichtig, auf eigene Beinen zu stehen. Jetzt habe ich einen Job, der mir Spaß macht, verdiene mein eigenes Geld, habe meine eigene Wohnung. Wenn’s dann auch noch mit dem gehobenen Dienst klappt, bin ich wunschlos glücklich." Gute Chancen für junge MigrantenDie Hamburgische Verwaltung ist ein riesiges Unternehmen. Über 60.000 Beschäftigte sorgen tagtäglich dafür, dass die Hansestadt "funktioniert". Und genau wie private Unternehmen braucht auch der öffentliche Dienst laufend Nachwuchs. Die Stadt Hamburg stellt alljährlich Auszubildende, Beamtenanwärter und Studierende in sechs unterschiedlichen Bereichen ein: allgemeine Verwaltung, Justizverwaltung, Strafvollzug, Polizei, Feuerwehr und Steuerverwaltung.In der Weltstadt Hamburg leben Menschen vieler Nationalitäten. Dementsprechend sucht die Hamburgische Verwaltung bevorzugt Nachwuchskräfte, die vielleicht mehrere Sprachen sprechen oder schon mal für eine längere Zeit im Ausland gelebt haben. Ausdrücklich zur Bewerbung aufgefordert sind Jugendliche mit Migrationshintergrund. Mehr Infos: www.bist-du-dabei.hamburg.de |
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